Lange habe ich nicht mehr festgehalten was in passiert war. Klar, ich bekam irgendwann meine Kündigung, aber nicht wegen der Fehler sondern wegen der Kosten, die ich wohl verursachte. Er war so freundlich und schickte mir die Kündigung als Einschreiben mit Rückantwort.
Meine Genugtuung an dem Tag war dass ich bewusst ganz normal zur Arbeit ging und freundlich zu ihm lächelte. Ich merkte wie unsicher er war. Die nächsten Tage sprach ich die Kündigung nicht an, warum auch. Länger wollte ich dort sowieso nicht mehr arbeiten. Außerdem zahlte er mir immer nur ein Bruchteil des Trinkgeldes aus.
Ich schickte schon längst wieder Bewerbungen kreuz und quer durch die Republik, aber entweder war ich zu alt, was aber nie gesagt bzw. geschrieben wurde oder aber ich war überqualifiziert. Also meldete ich mich auch bei einer PSA und reichte meine Unterlagen ein.
Und nun beginnt eine neue Zeitrechnung in meiner Arbeitswelt. Über die Firmen, für die ich arbeiten werde, werde ich nichts schreiben, aber über die Behandlung in der PSA. Zuerst war ich in der Hauptstelle, in B., wo mich ein Mann empfang, der schmuddeliger und schlampiger nicht mehr aussehen konnte. Ungebügelte Wäsche, zerzaustes ungewaschenes Haar…. und es stellte sich heraus, dass auch er nicht für mich habe, da er nur gewerbliche Kunden vermitteln würde.
Also bat ich ihn mich doch an die PSA-Filiale bei mir in der NÄhe zu vermitteln was er auch tat. Kurz danach meldeten die sich bei mir und baten mich, doch einmal vorbei zu kommen. Ich musste den gleichen Kladderadatsch ausfüllen wie in B., diesmal in einer Küche, die doch etwas ungepflegt aussah.
Dann empfang mich die Filialleiterin und wir sprachen alles durch. Ich erklärte ihr meine Wünsche und sie schrieb fleißig mit. Meine Unterlagen hatte sie vor sich liegen.
Eine Woche später klingelte bei mir das Telefon und die Sachbearbeiterin war dran. Ich möge doch bitte den Formbogen ausfüllen und an sie zurückschicken, da sie ggf. etwas für mich hätte. Und das, was das war, entsprach nicht dem, worum ich gebeten hatte. Okay, ich muss Geld verdienen, also biss ich in den sauren Apfel. Sie werde mir eine Vorlage zumailen, die ich dann nur entsprechend auszufüllen hätte. Schnell kam die Mail und ich erkannte, dass es um den Lebenslauf ging. Nur – die wollten einen Lebenslauf von mir haben, den ich ihnen schon eingereicht hatte, im amerikanischen Stil und mit Aufschlüsselungen der einzelnen Tätigkeiten, die ich bislang gemacht hatte.
Ich rief sie wieder an und machte sie darauf aufmerksam, dass ich das doch schon längst so ihnen eingereicht hätte, warum also nocheinmal? Sie habe keine Zeit und wenn sie das für jeden machen würde, dann käme sie nicht mehr nach Hause. Oh.. ich war doch etwas irritiert. Nicht nur, dass die Einladung zum Termin mit der PSA mit dem Hinweis versehen war, dass sie die Reisekosten nicht übernehmen könnten, nun wollten sie auch nicht für ihr Geld arbeiten. Stimmt – wenn jeder das so macht, wo kämen wir denn dann hin?
Ich weiß nicht mehr wie, aber dann sprach ich mit der Filialleiterin, die wesentlich zuvorkommender war: klar, kein Problem, wenn ich den Lebenslauf als doc nochmal schicken könnte, dann würde sie die kleinen Anpassungen vornehmen. Das sei doch alles kein Problem und außerdem wolle sie mich ja dem Kunden vorschlagen.
Vor drei Tagen dann bekam ich zwei Termine zur Vorstellung genannt. Zur Kontrolle bekam ich eine E-Mail mit allen erforderlichen Angaben. Abgesehen davon, dass die E-Mail wieder von der Sachbearbeiterin kam und voller Rechtschreibefehler wimmelte….
Der erste Termin, auf den ich gebaut hatte, klappte auch direkt. 20 Stunden, bei mir in der Nachbarschaft, genau das, was ich haben wollte. Nun aber hatte ich noch keinen Vertrag, mit wem würde ich denn den Vertrag abschließen. Als ich zuhause ankam, war auf dem AB eine Nachricht, dass die Sachbearbeiterin der PSA versucht hatte mich anzurufen. Also rief ich zurück.
Ob ich am nächsten Tag bei ihr vorbeikommen könnte, um den Vertrag mit der PSA zu machen? Nun ist es so, dass ich im Moment ziemlich sparen muss, also doch ganz gerne einige Termine einfach miteinander verbinden wollte, und ich fragte sie, warum wir nicht schon vorher den Vertrag hätten machen können. Solange Sie, damit meinte sie mich, nicht für uns arbeiten, können wir auch an Ihnen nicht verdienen. Da wurde ich wirklich sauer. Dass die an mir verdienen wollen, ist mir irgendwie klar, aber dass mir das so offensichtlich und frech ins Gesicht gesagt wurde, war die Unverschämtheit hoch drei.
Was denn wäre, wenn mein Vertrag als Springerin abgelaufen ist und kein Nachfolgevertrag ansteht, was dann wäre? Bekäme ich dann von ihnen die Kündigung, weil sie nicht an mir verdienen? Sie meinte dann frech, dass sie dann zwei Wochen Zeit hätte, mir irgendeine Tätigkeit zu suchen.
Ich sprach sie dann auf die Rechtschreibefehler in der Mail an, und sie meinte nur, dass sie diese auch nur ganz schnell geschrieben habe und da hätte sie keine Zeit gehabt, auf eine korrekte Schreibweise vieler Wörter zu achten.
Ich war ziemlich sauer, weil ich mehreres merkte: Es gibt Jobs, aber nicht auf dem freien Markt. Die Unternehmen stellen ein, aber meist nur noch Zeitarbeiter, die einen Bruchteil dessen verdienen, was der Auftraggeber an die PSA zahlt. Und die PSA behandelt ihrerseits die Arbeitssuchenden wie Arschlöcher oder wie Sklaven, so nach dem Motto: Friß oder stirb.
Ich baue in meinen Texten hier im Onlinetagebuch bewußt Fehler ein, weil ich mir eine gewisse Anonymität sichern möchte, aber für einen Dienstleister, der mit seinen Sklaven Geld verdienen möchte, dies auch noch ganz dreist als Gegenargument äußert, ist ein solches Benehmen nur noch ein Hohn. Deshalb habe ich beschlossen, jetzt über meine Erfahrungen über die PSA zu berichten.