Stundenabrechnung

21. Mai 2007

Eigentlich habe ich ja einen 25-h pro Woche-Vertrag und man sollte annehmen daß ich dann auch so bezahlt werde. Vergiss es! Ist ein Feiertag dazwischen dann habe ich auch nicht gearbeitet und bekomme deshalb auch kein Geld für den Tag. Das bedeutet also je mehr Feiertage ein Monat hat umso weniger Geld habe ich auf dem Konto. Dabei habe ich einen festen Arbeitsvertrag über 25h die Woche mit der PSA.

Und nun etwas zum Gehalt: ich habe endlich die Datev-Abrechung für April erhalten und zwar heute. Ist das nicht geil?


Schon eigenartig

25. April 2007

Würde ich hier über Pornos schreiben oder über Ficken oder Huren oder DSDS, dann kämen die Leser in Scharen. Nur – über die aktuellen Probleme mit Arbeitsvermittlern oder dem Dasein als Leiharbeiter scheine ich doch ein heißes Eisen angefasst zu haben, über das man zwar lesen aber auf keinen Fall etwas kommentieren möchte.


Zinsloses Darlehen

25. April 2007

Heute unterhielt ich mich mit Herrn W., dem Verantwortlichen für die Abteilung, in der ich zur Zeit arbeite. Er erzählte, wie schwer es doch sei, eine geeignete Kraft zu finden, die bereit wäre, in Wechselschicht zu arbeiten. Ich signalisierte ihm in diesem Zusammenhang, dass ich mich ggf., falls erwünscht, um die Stelle bewerben würde. Er strahlte und meinte dann aber, dass er, bzw. seine Firma, für mich eine Ablösesumme zahlen müsse, da man mich dann ja abwerben würde.

Ich erwiderte, dass ich mit der PSA einen unbefristeten Vertrag hätte, was aber nicht bedeuten würde, dass ich von meiner Seite aus freiwillig den Vertrag kündigen könne. Denn es hätte schon viele Vorfälle gegeben, über die ich mich maßlos geärgert hätte.

Er würde ja jede Woche die Rechnung für meine Stunden bezahlen, erst gestern hätte er die Zahlung für die vergangene Woche angewiesen. Ich schaute irritiert auf und erzählte ihm, was mir meine PSA-Sachbearbeiterin als Termin für meine Gehaltsüberweisung angekündigt hätte. Und ich erzählte ihm, dass ich und auch die Firma der PSA damit ein zinsloses Darlehen gewähren würden.

Meine „Kollegin“, die meine mündliche Bewerbung mitbekommen hatte, strahlte in dem Augenblick auf und meinte, dass sie eine Anstellung von mir äußerst begrüßen würde.

Ich kann mir vorstellen, dass Herr W. nun mit meinen Infos im Kopf sich mit der Personalabteilung zusammensetzen wird, um das weitere Vorgehen zu beraten.


§13.1 des Tarifvertrages BZA – DGB-Tarifgemeinschaft

20. April 2007

Nun arbeite ich schon einige Tage als Leiharbeiterin für eine PSA. Die Arbeit ist nicht anspruchsvoll, aber das Team ist nett und bislang verstehen wir uns recht gut. Nun interessierte es mich (auch aus mietlichen Gründen), wann ich mit meinem ersten Gehalt auf meinem Konto rechnen könne. Da mich heute sowieso eine von der PSA anrief, stellte ich ihr direkt die Frage.

Sie verwies mich auf den geltenden Tarifvertrag, den der DGB mit dem BZA geschlossen hatte. Da steht in §13 drin:

Die Mitarbeiter erhalten ein Monatsentgelt auf Basis ihrer vereinbarten individuellen regelmäßigen Arbeitszeit, das spätestens bis zum 15. Banktag des Folgemonats in der Regel unbar ausgezahlt wird.

Ich hatte den Passus schon vorher gelesen, aber nicht gründlich genug, denn dann wäre es mir aufgefallen, das Wort „Banktag“. Mein Fehler war es, überhaupt zu fragen, denn sie antwortete mir, dass dies bedeuten würde, dass ich mein Aprilgehalt erst spätestens am 23. Mai, dem 15. Banktag, erhalten würde.

Viele Arbeitgeber zahlen zum 1. und viele zum 15. eines Monats, aber dass ein Arbeitgeber, der sowieso das doppelte des Geldes kassiert, als das, was er mir auszahlt, sich das Recht (und das mit Unterstützung des DGB) nimmt, den 15. Banktag als spätesten Auszahlungszeitpunkt zu reservieren, geht in eine echte Ausbeutung. Nicht nur daß wir Zeitarbeiterinnen und Zeitarbeiter, im Vertrag sogar als „Leiharbeiter“ tituliert, für einen Bruchteil des Geldes arbeiten, für das wir „verliehen“ wurden. Die PSA arbeiten sogar noch mit dem Geld, dass sie wohl wahrscheinlich pünktlich vom Ausleiher für die Dienste des Sklaven erhalten. Und ich bekomme mein Geld gut einen Monat später und dies gar ohne Zinsen. Also gewähre ich den PSA ein zinsloses Darlehen, mit dem sie weiter ramschige und schmutzige Büros betreiben, sich selbst wohl gute Gehälter zahlen, aber jedem von uns immer wieder auf das neue spüren lassen, das wir nichts wert sind.

Und sollte sich mein aktueller Arbeitgeber dazu entscheiden, mich zu übernehmen, dann hat die PSA sogar noch das recht 15 Prozent meines künftigen Bruttogehaltes als Prämie zu kassieren.


Langes Schweigen

4. April 2007

Lange habe ich nicht mehr festgehalten was in passiert war. Klar, ich bekam irgendwann meine Kündigung, aber nicht wegen der Fehler sondern wegen der Kosten, die ich wohl verursachte. Er war so freundlich und schickte mir die Kündigung als Einschreiben mit Rückantwort.

Meine Genugtuung an dem Tag war dass ich bewusst ganz normal zur Arbeit ging und freundlich zu ihm lächelte. Ich merkte wie unsicher er war. Die nächsten Tage sprach ich die Kündigung nicht an, warum auch. Länger wollte ich dort sowieso nicht mehr arbeiten. Außerdem zahlte er mir immer nur ein Bruchteil des Trinkgeldes aus.

Ich schickte schon längst wieder Bewerbungen kreuz und quer durch die Republik, aber entweder war ich zu alt, was aber nie gesagt bzw. geschrieben wurde oder aber ich war überqualifiziert. Also meldete ich mich auch bei einer PSA und reichte meine Unterlagen ein.

Und nun beginnt eine neue Zeitrechnung in meiner Arbeitswelt. Über die Firmen, für die ich arbeiten werde, werde ich nichts schreiben, aber über die Behandlung in der PSA. Zuerst war ich in der Hauptstelle, in B., wo mich ein Mann empfang, der schmuddeliger und schlampiger nicht mehr aussehen konnte. Ungebügelte Wäsche, zerzaustes ungewaschenes Haar…. und es stellte sich heraus, dass auch er nicht für mich habe, da er nur gewerbliche Kunden vermitteln würde.

Also bat ich ihn mich doch an die PSA-Filiale bei mir in der NÄhe zu vermitteln was er auch tat. Kurz danach meldeten die sich bei mir und baten mich, doch einmal vorbei zu kommen. Ich musste den gleichen Kladderadatsch ausfüllen wie in B., diesmal in einer Küche, die doch etwas ungepflegt aussah.

Dann empfang mich die Filialleiterin und wir sprachen alles durch. Ich erklärte ihr meine Wünsche und sie schrieb fleißig mit. Meine Unterlagen hatte sie vor sich liegen.

Eine Woche später klingelte bei mir das Telefon und die Sachbearbeiterin war dran. Ich möge doch bitte den Formbogen ausfüllen und an sie zurückschicken, da sie ggf. etwas für mich hätte. Und das, was das war, entsprach nicht dem, worum ich gebeten hatte. Okay, ich muss Geld verdienen, also biss ich in den sauren Apfel. Sie werde mir eine Vorlage zumailen, die ich dann nur entsprechend auszufüllen hätte. Schnell kam die Mail und ich erkannte, dass es um den Lebenslauf ging. Nur – die wollten einen Lebenslauf von mir haben, den ich ihnen schon eingereicht hatte, im amerikanischen Stil und mit Aufschlüsselungen der einzelnen Tätigkeiten, die ich bislang gemacht hatte.

Ich rief sie wieder an und machte sie darauf aufmerksam, dass ich das doch schon längst so ihnen eingereicht hätte, warum also nocheinmal? Sie habe keine Zeit und wenn sie das für jeden machen würde, dann käme sie nicht mehr nach Hause. Oh.. ich war doch etwas irritiert. Nicht nur, dass die Einladung zum Termin mit der PSA mit dem Hinweis versehen war, dass sie die Reisekosten nicht übernehmen könnten, nun wollten sie auch nicht für ihr Geld arbeiten. Stimmt – wenn jeder das so macht, wo kämen wir denn dann hin?

Ich weiß nicht mehr wie, aber dann sprach ich mit der Filialleiterin, die wesentlich zuvorkommender war: klar, kein Problem, wenn ich den Lebenslauf als doc nochmal schicken könnte, dann würde sie die kleinen Anpassungen vornehmen. Das sei doch alles kein Problem und außerdem wolle sie mich ja dem Kunden vorschlagen.

Vor drei Tagen dann bekam ich zwei Termine zur Vorstellung genannt. Zur Kontrolle bekam ich eine E-Mail mit allen erforderlichen Angaben. Abgesehen davon, dass die E-Mail wieder von der Sachbearbeiterin kam und voller Rechtschreibefehler wimmelte….

Der erste Termin, auf den ich gebaut hatte, klappte auch direkt. 20 Stunden, bei mir in der Nachbarschaft, genau das, was ich haben wollte. Nun aber hatte ich noch keinen Vertrag, mit wem würde ich denn den Vertrag abschließen. Als ich zuhause ankam, war auf dem AB eine Nachricht, dass die Sachbearbeiterin der PSA versucht hatte mich anzurufen. Also rief ich zurück.

Ob ich am nächsten Tag bei ihr vorbeikommen könnte, um den Vertrag mit der PSA zu machen? Nun ist es so, dass ich im Moment ziemlich sparen muss, also doch ganz gerne einige Termine einfach miteinander verbinden wollte, und ich fragte sie, warum wir nicht schon vorher den Vertrag hätten machen können. Solange Sie, damit meinte sie mich, nicht für uns arbeiten, können wir auch an Ihnen nicht verdienen. Da wurde ich wirklich sauer. Dass die an mir verdienen wollen, ist mir irgendwie klar, aber dass mir das so offensichtlich und frech ins Gesicht gesagt wurde, war die Unverschämtheit hoch drei.

Was denn wäre, wenn mein Vertrag als Springerin abgelaufen ist und kein Nachfolgevertrag ansteht, was dann wäre? Bekäme ich dann von ihnen die Kündigung, weil sie nicht an mir verdienen? Sie meinte dann frech, dass sie dann zwei Wochen Zeit hätte, mir irgendeine Tätigkeit zu suchen.

Ich sprach sie dann auf die Rechtschreibefehler in der Mail an, und sie meinte nur, dass sie diese auch nur ganz schnell geschrieben habe und da hätte sie keine Zeit gehabt, auf eine korrekte Schreibweise vieler Wörter zu achten.

Ich war ziemlich sauer, weil ich mehreres merkte: Es gibt Jobs, aber nicht auf dem freien Markt. Die Unternehmen stellen ein, aber meist nur noch Zeitarbeiter, die einen Bruchteil dessen verdienen, was der Auftraggeber an die PSA zahlt. Und die PSA behandelt ihrerseits die Arbeitssuchenden wie Arschlöcher oder wie Sklaven, so nach dem Motto: Friß oder stirb.

Ich baue in meinen Texten hier im Onlinetagebuch bewußt Fehler ein, weil ich  mir eine gewisse Anonymität sichern möchte, aber für einen Dienstleister, der mit seinen Sklaven Geld verdienen möchte, dies auch noch ganz dreist als Gegenargument äußert, ist ein solches Benehmen nur noch ein Hohn. Deshalb habe ich beschlossen, jetzt über meine Erfahrungen über die PSA zu berichten.


Kurt und Peter

10. Februar 2007

so will ich die beiden Männer mal nennen, um ihre Anonymität zu wahren. Sie sind nicht mehr die jüngsten, denn sie sind im Rentenalter. Und sie treffen sich öfter bei uns an der Theke. Dort sitzen sie und trinken ihre Biere bis zum Abwinken.

Ist das Glas leer, kommt ungefragt ein neues an den Platz. Also stehe ich hinter der Theke und beobachte unter anderem ihren Bierstand. Es kommen Gäste, also nehme ich die Speisekarten, begleite die Gäste an einen Tisch und nehme schon mal die Getränkewünsche auf. Dann ab zur Kasse, die Getränke einbongen, hinter die Theke und die Bestellung ausfüllen. Ich bin also beschäftigt.

Inzwischen haben Kurt und Peter ihre Gläser wieder geleert und gatzen mich an: „Bekommen wir hier nichts mehr zu trinken?“ Ich: „Doch, sofort… “ nehme zwei saubere Biergläser und zapfe an. Nun habe ich auch die Bestellung für den neuen Tisch fertig. Ich sehe, dass beide die Speisekarte geschlossen vor sich liegen haben. Also kann ich die Bestellung aufnehmen. Aber nicht, ohne vorher Kurt und Peter mit ihrem neuen kühlen Nass zu versorgen.

Während ich hinter dem Thresen rotiere, steht der Chef hinter mir, mit verschränkten Armen, und beobachtet mich. „Warst du schon an Tisch Nr.XX?“ fragt er mich kontrollierend. Ich schau ihn an, die Getränke für die neuen Gäste auf dem Tablett. „Ja, vor etwa 5 Minuten.“ „Dann geh nochmal hin.“ „Moment, ich will jetzt erstmal die Bestellung aufnehmen.“ Er schaut mich wütend an und zieht los zum besagten Tisch.

Mir schmerzen inzwischen die Füsse und ich merke, wie meine Kniee anfangen sich zu melden. Und mir ist klar daß ich mich am nächsten Morgen erstmal warmlaufen muß.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus meinem Berufsalltag. Und das für ganze sage und schreibe 6 € die Stunde, nebst einem kleinen Trinkgeld… Toll, nicht wahr?


Vorgestern und gestern hatte ich frei

9. Februar 2007

Eigentlich untypisch da es die Tage sind, an denen ich normalerweise arbeite. Aber die Abende davor waren so etwas von mau. Vor drei Tagen hatten wir an einem Abend ganze drei Gäste, die etwas essen wollten und zwei an der  Theke. So also wurde ich nach 3 1/2 Stunden nach Hause geschickt.

Inzwischen habe ich meine „Gehaltsabrechnung“ erhalten, die mich entsetzt hat. Obwohl ein ganz anderer Stundenlohn ausgemacht war, bekam ich nur umgerechnet 6 Euro bezahlt. Und das auch nur für die tatsächlich geleistete Arbeit. Was wäre gewesen, hätte ich mir diesen Magenvirus eingefangen und wäre ausgefallen? So, wie sich das entwickelt, glaube ich kaum, dass ich dann in der Zeit auch nur einen Cent erhalten hätte.

Und nun nochmal zu den 3 1/2 Stunden: an dem Abend hatte ich dann gerade mal 20 Euro verdient.

Großzügig gab mir jemand 40 Cent Trinkgeld. Sicher weiß er es nicht anders, aber es ist wirklich so, daß die Bedienungen mit diesem Trinkgeld rechnen müssen. Bei dem Stundenlohn ist ein normales Leben kaum möglich. Und dabei beklagt sich die Gastronomie andauernd darüber, keine vernünftigen Arbeitskräfte zu erhalten. Meine Meinung dazu ist daß sie es selbst schuld ist.

In der Gastronomie werden die Menschen richtig ausgenutzt und ausgebeutet.

Bin ich es schuld, daß ich für das Geld arbeiten muss?  Sag es mir.


Ich weiß jetzt, wie es passiert ist

1. Februar 2007

Klar, dass mir das gestrige Problem heute den ganzen Tag nicht aus dem Kopf ging. Nun aber weiß ich, wie es geschehen konnte. Ob es nun Absicht war oder Versehen, oder aber weil zwei „Köche“ die Suppe bearbeiteten:

Er bongte wohl die Bestellungen an dem besagten Tisch, schrieb aber nicht die Striche auf die Deckel. So also war meine Abrechnung niedriger als das, was verzehrt und getrunken wurde. Da ich noch mehr Tische zu bedienen hatte, bekam ich natürlich nicht mit, wie er den Tisch bediente. Auf jeden Fall fühle ich mich übers Ohr gehauen.

Heute war der Tag ruhig, aber mir ist die Freude an der Arbeit vergangen.

Morgen werde ich mich wieder vermehrt um meine anderen Bewerbungen kümmern. Es kann nicht sein, daß ich den Rest meines Lebens mit so einer Arbeit verbringe. Und mein Respekt vor den Frauen und Männern, die das schon seit Jahren machen nämlich Kellnern, der steigt mit jedem Arbeitstag.

Es ist ein scheiß Job, dazu noch niedrigst bezahlt. 6.50 Euro die Stunde bekomme ich. Kann man davon große Schritte machen? Oder sich etwas leisten? Bestimmt nicht.

Er meinte mal daß ich doch mit meinem Trinkgeld, das bestimmt irgendwann bei 400 Euro im Monat läge, doch super verdienen würde. Bitte? Wie soll ich jemals zu so einem Trinkgeld kommen, wenn das passiert was ich heute und gestern beschrieben hatte?!?


Geschafft!

1. Februar 2007

Den heutigen Tag habe ich überstanden. Sechs Stunden nur Rennerei, freundlich sein, bedienen, aufschreiben, abrechnen… Getränke einfüllen, Bier abzapfen, alles auf ein Tablett und dann raus zum Kunden, der schon hungrig auf seine Bestellung wartet.

Der Küchenchef klingelt. Einmal, zweimal, dreimal….. und ich weiß, die eine Bestellung ist fertig. Also schnell alles beiseite gepackt, rein in die Küche, Teller anheben.

Scheiße, sind die heiß! Und von unten total schmierig. Ich muss darauf achten, dass ich nicht mit dem Finger auf den Tellerrand komme, wegen Ästhetik und Hygiene. Raus zum Kunden, den Teller in die richtige Position drehen, und ihm lächelnd, während das Fett an meinen Fingern klebt.

Der nächste Kunde signalisiert, dass er bereit für eine Bestellung ist. Und es wird das bestellt, was auf der Karte steht, aber mit einem „Könnten Sie mir bitte anstelle der Kroketten bitte Fritten bringen? Und die Salatsoße…. da hätte ich gerne die und jene. Geht das?“ Und ich lächel, „Ja klar, es geht!“. Ich schreibe mir die Bestellung auf, mit den Sonderwünschen, rase an die Kasse und bong ein. Der Zettel wird ausgedruckt, ich schreibe die Extras darauf, reiche sie dem Koch und der geht sie Schritt für Schritt mit mir durch.

Auf zum nächsten Tisch, auf- und abräumen. Und während ich die Kerzen auspuste, höre ich von hinten: „Könnten wir noch ein Pils haben?“ „Und ich bitte eine Cola.“ Lächeln, Liselotte, lächele… du mußt dir nun die Bestellung merken.

Mir tun die Beine weh, mein alter Bruch schmerzt und mein Fußgelenk sticht.

Heute abend waren es sechs Stunden! Sechs Stunden die ich nur hin und her lief, ohne eine Pause und ohne die Chance, auf Toilette zu gehen.

Dann kommt die Abrechnung, die der Chef macht, um mein Trinkgeld auszurechnen. Ich hatte mitgezählt und war bei rund 20 Euro angekommen. Aber ich bekam nur 7 Euro, weil irgendwie die Abrechnung nicht stimmte. Dabei hatte ich alles eingebongt. Kann es sein, dass ein Kollege einige Sachen doppelt eingegeben hatte? Das wäre die Erklärung dafür, dass ich bei der Abrechnung einer großen Gruppe nur die Deckel hatte… aber keinen Bon-Vergleich!

Es ist ein scheiß Job! Aber was macht man nicht alles, um dem Staat und der Gesellschaft nicht auf der Tasche zu liegen. Und manche Leute, die ich bediene, behandeln mich teilweise wie den letzten Dreck… arrogant und überheblich.

Ich bin gespannt, was sie machen würden, wenn sie arbeitslos und aufgrund ihres Alters einfach nicht mehr genommen werden…. und ich will arbeiten und dennoch bekomme ich am laufenden Band Absagen.


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